Susanne Kristek und die Liebe/Liege zum Deutschen

Überpünktlich, ultradiszipliniert und urgewissenhaft – das klingt zwar typisch Deutsch, aber nicht wirklich sexy. Ebenso wenig wie weiße Socken in Sandalen im „Hinterland“ auf Malle. Vielleicht mögen wir „g’miatlichen“ Alpenrepublikaner gerade deshalb jene Klischees nicht, die man mit unseren superkorrekten Nachbarn in Verbindung bringt. Dabei ist „typisch deutsch“ etwas, auf das Ösiland-Buchautorin Susanne Kristek („Nur die Liege zählt“) so richtig stolz ist!

Ösi,-Neo-& Superklumpert-Autorin Susanne Kristek nimmt in ihrem ersten Buch „Nur die Liege zählt“ unsere teutonischen Nachbarn (oder doch uns?) liebevoll-zärtlich auf die Schippe. Wir mussten ihr folglich ein paar typisch deutsche Fragen stellen.

Susanne Kristek im Interview mit Hillevi Hofmann

+++ABSOLUT CORONA-SAFE+++

CM: Wenn dein Leben ein Buch wäre, was wäre der Titel?

SK: Susi – Schicksalsjahre einer Kaiserin!

CM: Mit welchen drei Fremdwörtern würdest du dich beschreiben?

SK: Patschert, schlampig, inkonsequent. Waren das überhaupt Fremdwörter?

CM: Diszipliniert, Pünktlich, Ordentlich! Wie sehr treffen diese typisch deutschen Eigenschaften auf dich zu?

SK: Seit ich 40 bin, bin ich auf einmal ur pünktlich. Das ist vermutlich die Midlife Crisis oder die Angst etwas zu verpassen. Diszipliniert und ordentlich bin ich gar nicht.

CM: Der schönste Unterschied zwischen Deutschen und Österreichern?

SK: Die Sprache!

CM: Was ist der seltsamste Ort, an dem du jemals warst?

SK: CD Präsentation in einem Etablissement, wo der Tischständer ein Mensch war (!!!!)

CM: Und welcher der Stinkendste?

SK: Das erste Mal in Wien mit der U1 fahren! Da stimmt irgendwas nicht mit der Abluft. Aber man gewöhnt sich an alles.

CM: Unnützes Wissen Teil 1: Der deutsche Dichter Friedrich Schiller legte zu Lebzeiten faule Äpfel in seine Schreibtischschublade, weil ihn der Geruch so inspirierte. Welcher Duft inspiriert dich?

SK: Flieder, Maiglöckchen, Eierlikör

CM: Jeder siebte deutsche Erwachsene verreist mit einem Kuscheltier. Was darf in deinem Urlaubskoffer niemals fehlen?

SK: Sexy Legs Airbrush Beinspray (Waterproof!)

CM: Unnützes Wissen Teil 2: Konrad Adenauer erfand 1916 die Sojawurst. Was ist für dich die Beste aller deutschen Erfindungen? (Koks, Heroin, Ecstasy, Speed und Methadon wurden übrigens ebenfalls alle in Deutschland erfunden!)

SK: Im Ernst? Das wurde alles in Deutschland erfunden? Alter! Was geht!!! Meine beste deutsche Erfindung: die Lindenstraße

CM: Der Slogan „Made in Germany“ sollte früher Engländer auf die schlechte Qualität deutscher Produkte hinweisen. (haha!!!) Was wäre dein Werbe-Slogan, um auf solide, gute deutsche Qualität hinzuweisen?

SK: Direkt aus der Lindenstraße.

CM: Was ist die lustigste Eigenschaft der Deutschen im Urlaub?

SK: Liegen reservieren! Wir wollen Planungssicherheit! (Bin Deutsche im Herzen!)

CM: Unnützes Wissen Teil 3: Im Zweiten Weltkrieg waren „Ferntrauungen“ erlaubt. Anstatt des Bräutigams war ein Stahlhelm anwesend. Was ist für dich die absurdeste deutsche Eigenschaft?

SK: Michael Wendler

CM: Als die Mauer fiel, saß Angela Merkel in der Sauna. Wo warst du?

SK: Daheim in der Oststeiermark. Ich habe gespannt aus dem Fenster geschaut und gewartet ob aus dem Burgenland jetzt alle DDRler zu uns kommen. Im Radio und Fernsehen wurde dies angekündigt. Und ich hatte eine Brieffreundin aus Ostdeutschland, über Teletext gefunden und auf die hab ich dann am Küchenfenster gewartet. Sie kam nicht.

CM: Was ist das Gegenteil von einem Deutschen?

SK: Als Deutsche im Herzen muss ich sagen: Spanier, weil so spät wie die Essen, das kann unmöglich gesund sein!

CM: Was ist das längste deutsche Wort das du kennst? Bsp.:„Grundstücksverkehrsgenehmigungszuständigkeitsübertragungsverordnung“ „Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz“,…

SK: Ich hab so eine kurze Aufmerksamkeitsspanne, ich kenn keine langen Wörter 😊 Aber ich liebe Wörter mit unterschiedlichen Bedeutungen in den Ö und D. „Ausrasten“ zum Beispiel ist so eines.

CM: Und welches das Lustigste?

SK: „Liegenlaken“ (=Badetuch). Wobei wir Österreicher brauchen uns da gar nicht darüber lustig machen. Immerhin haben wir das Wort „Tschurifetzen“, und diesem sogar einen eigenes Lied gewidmet (Georg Danzer)

CM: Übersetze mal „Rindfleischettikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz“ ins Englische bitte:

SK: Wie kommt man auf so eine Aufgabe? 😊 😊 😊 „The cow must not be false declared.“ Ich bin genauso schlecht in Englisch, wie in Rechtschreibung.

(Correct answer: The law concerning the delegation of duties for the supervision of cattle marking and labelling of beef).

CM: Unnütze Fragen Teil 1: Was bedeutet das Wort „Polychésie“ für den Deutschen?

SK: Das übertriebene Darmentleerungsbedürfnis? Hilfe! Was ist das denn????

CM: Welcher Wochentag bist du im Urlaub?

SK: Montag !!! Samstag ist Anreise, Kofferauspacken, Hotelgrundgang. Am Sonntag kann man sich schon ein bisschen eingewöhnen und hat einen guten Überblick gewonnen. Am Montag hat dann der Hotelshop geöffnet. Dienstag geht auch noch. Ab Mittwoch ist das Damoklesschwert der Abreise dann schon wie ein dunkler Wolkenvorhang am Himmel über einem.

CM: (Un)nützes Wissen Teil 4: Am liebsten guckt der Deutsche seine Pornos im Internet. Darin ist er laut Studien echt Weltmeister und verweist Spanien, England und sogar die USA auf die hinteren Plätze. Was ist der lustigste Pornotitel, den du kennst?

SK: Pornofilm Pingpong! Super Spieleidee wenn eine Party mal wieder ein bisschen Schwung vertragen könnte. Nachzulesen in meinem Buch wie das geht. Favorit: „Aladdin und die Wunderschlampe“

CM: Sockenausziehen und Dankeschön-Küsschen nach dem Beischlaf? Ja oder nein?

SK: Sockenausziehen danach? Wozu das?

CM: Am peinlichsten ist es dem Deutschen, wenn ihm in Gesellschaft ein Pups entweicht. Hast du schon mal in der Öffentlichkeit gepupst?

SK: Ich darf hier auf das Kapitel „Oh Pupsibaum“ in meinem Buch verweisen.

CM: Unnütze Fragen Teil 2: Welcher Park ist größer? Der Englische Garten in München oder der Central Park in NY?

SK: Central Park. Den liebe ich!

(Anm. d. Red.: Das ist leider falsch! It is, of course, the Englischer Garten in Munich! HA!)

CM: Was ist das nutzloseste Talent das du besitzt?

SK: Ich kann ur gut einparken, aber nicht Auto fahren. Und exzellent Tetris spielen. Braucht auch kein Mensch. Früher konnte ich auch das Vorhangschloss vom Viertel-Telefon mit Wählscheibe mit einer Haarnadel knacken. Erzähl das mal einem 20jährigen. Der soll diesen Satz mal ins moderne übersetzen!

CM: Was sind zum Beispiel Dinge, die wie Komplimente klingen, aber eigentlich Beleidigungen sind?

SK: Alles wo das Wort „eh“ vorkommt. „Eh nett“, zum Beispiel.

CM: Was fühlt ein Schmetterling im Bauch, wenn er verliebt ist?

SK: Wie kommt man auf so lustige Fragen 😊 😉 😊

CM: Was ist für dich das beste/geilste „Superklumpert“ das du aktuell besitzt?

SK: Mein Glätteisen.

CM: Der Kurier schrieb 2019 folgenden Artikel: „Schlägerei unter Deutschen auf Kreuzfahrtschiff um Pool-Liege“. Sollte das Reservieren von Liegen gesetzlich bestraft werden?

SK: Auf gar keinen Fall! Aber es braucht geordnete Verhältnisse! Vielleicht eine App 😉 Oder ein Glücksrad. Oder ein Liegenquiz. Oder Liegen die automatisch abwerfen, wenn die Zeit um ist. Wir werden uns noch wundern, was alles möglich ist.

CM: Warum gerade dieses Buch? („Nur die Liege zählt“)

SK: Ich war mir selber noch was schuldig: https://superklumpert.com/2019/12/09/alles-versucht/

Nach dem „coronasafen“ Interview noch eine kurze Einleitung zum Buch:

Endlich der ersehnte Urlaub! Es ist Weihnachten und Vater, Mutter, Kind fliegen nach Thailand. Im Club unter 400 Deutschen erlebt die österreichische Kleinfamilie die drolligsten Abenteuer, es gibt Kartoffelsuppe, Sänger Sash sitzt am Nebentisch und Mutter Susanne kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Der ersehnte Badeurlaub zu Weihnachten in Thailand soll der ganzen Familie etwas bringen. Das Kind soll neue Kulturen kennenlernen. Der Gatte zur Ruhe kommen und Kräfte sammeln. Wenige Tage vor Weihnachten wurde seine Firma verkauft. Aber ein echter Betriebsrat lässt sich nicht abschütteln. Der Kampf beginnt, aber auch erste Zweifel tauchen auf und die Frage: Kann man mit Mitte 40 nochmal ganz neu durchstarten? Als DJ? Mutter Susanne freundet sich mit immer mehr Hotelgästen an, besonders die Gäste aus Sachsen haben es ihr angetan, der gemeinsame Dialekt verbindet. Und dann wäre auch noch die beste Freundin, frisch geschieden und neu auf Tinder, ihre täglichen Updates per Whatsapp regen Susanne so richtig auf.
Österreicher und Deutsche, alles Walzer, alles Club, alles inklusive! Das urkomische Urlaubsreisebuch für Daheimbleiber (und aber auch Fortflieger!).

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Chefredakteurin bei CRITICAL MINDS MAGAZIN +++ Ressortleitung: Theater-Film-Stars +++ Davor als Kultur-Redakteurin tätig bei SCHiCKMagazin, KURIER Medienhaus und der Tageszeitung HEUTE.

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