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Marilyn Monroe: Warum ihr Tod bis heute Rätsel aufgibt.

Was geschah wirklich in den letzten Stunden vor dem Tod der Hollywood-Legende? War es Mord oder (versehentlicher) Selbstmord? War sie verzweifelt oder voller Hoffnung? Marilyn Monroe wäre im heurigen „Corona-Jahr“ 94 Jahre alt geworden. Anlässlich ihres Todestages rekonstruiere ich Marilyns letzten Tag und die Umstände um ihren Tod mit Hilfe neuer Theorien.

Einer der Gründe, warum Marilyn Monroe eine so starke und anhaltende Ikone der Schönheit und des Glamours bleibt, ist, dass sie vor den Kameras nie alt geworden ist.


Marilyns letzter Tag

Marilyn Monroe wachte am frühen Samstagmorgen des 4. August 1962 auf. Sie hatte wie immer schlecht geschlafen. Sie sah dünner aus als sonst. Und müder. Ihre Freundin Pat Newcomb hatte im Gästehaus geschlafen. Augenscheinlich besser als ihre berühmte Freundin, was Marilyn wohl etwas säuerlich stimmte. Entgegen ihrer sonst so perfekten Erscheinung, brauchte sie dringend eine Maniküre und Pediküre. Zuerst wollte sie jedoch telefonieren. Wen hat sie anrufen? Ex-Mann Joe Di Maggio? Ihren Psychiater Dr. Greenson? Das weiße Haus?

Pat Newcomb mit Marilyn Monroe

Wie es sich für eine echte Hollywood-Legende gehört, ist Marilyn’s letzter Tag voll von widersprüchlichen Begebenheiten. Die 36-jährige verbrachte den 4. August 1962 hauptsächlich in ihrem Haus am 5th Helena Drive in Brentwood. Von allen begehrt und von Präsidentenschwager Peter Lawford in dessen Strandhaus eingeladen, war sie an diesem Samstagabend dennoch ganz ohne Date gewesen.

Nur zwei Monate zuvor hatte sie für US-Präsident John F. Kennedy „Happy Birthday“ im Madison Square Garden in New York ins Mikro gehaucht. Auf Anraten seines Bruder Bobby beendete er die Beziehung bald darauf brutal.

Präsident John F. Kennedy soll mit Marilyn eine Affäre gehabt haben

Danach wurde ihr eine Beziehung mit Robert F. Kennedy nachgesagt. Es wurde gemunkelt, dass Marilyn ein kleines, rotes Tagebuch führte, in dem alle ihre Angelegenheiten und Gespräche mit den Politbrüdern schriftlich dokumentiert waren. Zum Zeitpunkt ihres Todes kursierten in Hollywood Gerüchte, sie plane am folgenden Montag diesbezüglich eine Pressekonferenz. An ihrem ersten Arbeitstag nach Wiedereinstellung bei der Fox? Wohl kaum.

Robert Kennedy, Marilyn, JFK

Wichtige forensische Beweise gingen bereits kurz nach ihrem Tod verloren. Alle wichtigen Zeugen dieser Nacht (Polizei, Freunde, Psychiater, Anwalt, Pressevertreter, Ärzte, Sanitäter,…) widersprechen sich, einige haben ihre Geschichten geändert. Was genau ist wirklich an diesem schicksalhaften Samstag passiert?

Nun, wie bereits erwähnt, blieb Marilyn’s Agent und Freundin Pat Newcomb von Freitag auf Samstag im Gästehaus. Sie erzählte, dass Marilyn durch den latenten Schlafmangel schlecht gelaunt gewesen sei, sich aber über eine Lieferung von Möbeln aus Mexiko gefreut habe. Als ihre Haushälterin Eunice Murray um 8.30 Uhr ankam, behauptete sie, Monroe sei bereits aufgestanden und habe den Boden gefliest. Newcomb und Monroe stritten sich auch offenbar über Pat’s Fähigkeit zu schlafen, doch das war bald gelöst und vom Tisch. Pat sagte aus, die beiden wollten sich erst am Pool von Monroe sonnen und sich dann vielleicht später dem Schauspieler Peter Lawford und seiner Frau Pat (einer Kennedy-Schwester) zum Abendessen anschließen.

Peter Lawford and Pat Kennedy

Irgendwann an diesem Samstag Vormittag änderte sich Monroes Stimmung. Sie war verunsichert, als ein Stofftier ohne Notiz auf dem Postweg ankam. Es gab eine Flut von Telefonanrufen. Haushälterin Murray erinnert sich, dass Monroe noch gefragt habe, ob Sauerstoff im Haus sei, eine sehr ungewöhnliche Bitte, da sie sonst nie danach fragte.

Newcomb ging schließlich einkaufen und sagte aus, Marilyn sei optimistisch und gut gelaunt gewesen, als sie zurückkam. Diese wäre inzwischen am Strand gewesen und bei bester Laune. Ihr Psychiater Dr. Ralph Greenson, dem Marilyn auch bereits ihren täglichen Besuch in dessen Praxis in Beverly Hills abgestattet hatte, behauptete jedoch, Marilyn hätte sich zu diesem Zeitpunkt in einem sehr emotionalen Zustand befunden.

Dr. Ralph Greenson, der Marilyn angeblich am Nachmittag (noch einmal?) besuchte, bat Newcomb schließlich zu gehen und Haushälterin Murray, in der kommenden Nacht bei Marilyn zu übernachten. Er ging um circa 19 Uhr. Marilyn nahm das Telefon in ihr Schlafzimmer und Murray behauptet, sie habe sie nie wieder lebend gesehen.

Dr. Ralph Greenson

Lawford sagte, er habe Monroe um 19.30 Uhr angerufen und sie hätte bereits deprimiert und verschwommen geklungen. Er behauptete weiters, sie habe gesagt: „Say Good Bye to the President, say Good bye to yourself because you’re a nice guy!“, bevor ihre Stimme verblasste. Diese Aussage wird jedoch von Joe DiMaggio Jr, dem Sohn ihres zweiten Mannes Joe, widerlegt, der sagt, er habe sie um 19.30 Uhr angerufen, um ihr mitzuteilen, dass er eine Verlobung, die sie missbilligte, aufgelöst habe. Er sagte, Monroe sei bei den Nachrichten sehr gut gelaunt gewesen.

Eunice Murray wachte irgendwann in der Nacht auf und behauptete, sie hätte ein Licht unter Marilyns Tür gesehen. Auf Nachfrage und Rufen, habe die Schauspielerin nicht reagiert. Besorgt darüber, dass etwas Schlimmes passiert sei, rief sie Dr. Greenson an. Die beiden sahen dann vom Garten in Monroes Schlafzimmer und fanden dort ihren nackten Körper. Greenson sagte aus, er hätte darauf hin Marilyns Arzt, Dr. Hyman Engelberg, angerufen, noch immer lange bevor die Polizei eintraf. All diese Details wurden im Laufe der Jahre in Frage gestellt, und es ist zweifellos richtig, dass Murray hier eine unzuverlässige Zeugin war.

Nach Jahren der Verweigerung gab sie während eines BBC-Interviews zu, dass Robert Kennedy an diesem Tag Monroe’s Haus besucht habe. Eine Behauptung, die 1993 von Murrays Schwager bestätigt wurde, der als Monroes Handwerker arbeitete. Murray sagte auch aus, dass ein Krankenwagen gekommen war, als Monroe noch lebte. Niemand weiß genau, wie viele Menschen in der Nacht, in der Marilyn’s Leiche gefunden wurde, Zugang zum Haus hatten. Papiere wurden zerstört, Telefonaufzeichnungen beschlagnahmt.

Sydney Guilaroff, Marilyn’s Friseur, meinte, Monroe habe ihn an diesem Tag zweimal angerufen, ziemlich hysterisch, um zu sagen, dass Kennedy in ihrem Haus gewesen sei und Lawford sie bedroht habe. Warum behaupten die einen, sie wäre bester Laune gewesen, während andere aussagen, sie wäre emotional aufgewühlt und sogar hysterisch gewesen? Und das über den Tag verteilt, gleich einem emotionalen Ping Pong Ball?

Robert Kennedy bestritt immer, zu diesem Zeitpunkt in Los Angeles gewesen zu sein, aber in den 1980er Jahren kam ein polizeiliches Gutachten ans Licht, in dem er einst doch zugab, mit Greenson in Monroe’s Haus gewesen zu sein. Auch Marilyn’s Nachbarn bestätigten das.

Angeblich sei sogar mit seinen eigenen Worten dokumentiert, er habe sie festgehalten während der Arzt ihr eine Spritze ins Herz injizierte“. Und hier beginnen nun die zahlreichen Verschwörungstheorien. Selbst wenn Bobby in Marilyn’s Haus gewesen sein mag, so muss er sie nicht gleich umgebracht haben. Beruhigt? Vielleicht! Zur Rede gestellt? Wahrscheinlich. Aber getötet?

05 Aug 2005, Los Angeles, California, USA — The Hollywood Museum in the historic Max Factor Building in Hollywood opens a show titled „The Private Life of Marilyn Monroe“ dedicated to Marilyn Monroe with memorabilia such as this 1962 Coroner’s Report. A symposium was held on her private life Friday evening. The controversy continues over the legendary screen actress‘ death at 36 years-old. — Image by © Axel Koester/Corbis

Komplett nackt und mit dem Gesicht nach unten im Bett liegend, wurde Marilyn Monroe also in den frühen Morgenstunden des 5. August 1962 leblos von ihrer Haushälterin Eunice Murray in ihrem Haus am 5th Helena Drive in Brentwood gefunden. Den Telefonhörer noch immer in ihrer Hand. Neben ihrem Bett lagen mehrere leere Fläschchen Pillen. Gegen 3:50 erreichten ihr Arzt und Psychiater Dr. Ralph Greenson und Dr. Heyman Engelbert Marilyns Haus, um sie nur kurze Zeit später offiziell für tot zu erklären. Was geschah aber in den circa drei Stunden zwischen Mitternacht, als Murray Marilyn tot in ihrem Bett auffand und dem Eintreffen der Ärzte und Polizei?

Laut Autopsie sei Marilyn bereits fünf bis sieben Stunden zuvor gestorben. Während eine akute Barbituratvergiftung (geschätzte 47 Pillen) als offizielle Todesursache an die Medien ging, ist ihr Tod bis heute fruchtbarer Nährboden für zig abstruse Verschwörungstheorien.

Die gängigsten Verschwörungstheorien

Mit dazu beigetragen haben dürfte hier wohl auch der Bericht des Gerichtsmediziners/Coroners Thomas T. Noguchi (der auch die Autopsien an Robert F. KennedySharon TateWilliam HoldenNatalie Wood und John Belushi durchführte), nachdem er sich Jahre später widersprüchlich zu Marilyns Autopsie und (s)einer einstigen Fehldiagnose in der Öffentlichkeit äußerte.

Denn was fehlte, waren Pillenrückstände in ihrem Magen. Auch wurde kein Erbrochenes in Marilyns Umgebung gefunden, wie es im Fall von derartigen Überdosen üblich ist. Noch merkwürdiger ist, dass keinerlei Flüssigkeit in Marilyns Schlafzimmer (und Magen) gefunden wurde, was die Frage aufwirft, wie sie all diese Tabletten ohne etwas Trinkbarem hinunterschlucken konnte. (Meine Theorie dazu weiter unten.)

SELBSTMORD:

Monroe sei deprimiert über ihre ins Stocken geratene Karriere und ihr verblassendes Aussehen sowie das Ende ihrer Affäre mit Präsident John F. Kennedy (und möglicherweise mit seinem Bruder Robert F. Kennedy) gewesen und nahm daher eine tödliche Überdosis.

VERSEHENTLICHER SELBSTMORD:

Sie habe von ihren Ärzten, Psychiater Greenson und Hausarzt Dr. Engelberg zu viele Medikamente verschrieben bekommen und diese (aufgrund ihrer Müdigkeit) überdosiert.

TOTSCHLAG:

Ihre Haushälterin Eunice Murray und ihr Psychiater Greenson verabreichen Marilyn einen mit Barbituraten gefüllten Einlauf, um Monroe zu beruhigen, der jedoch mit anderen Medikamenten in ihrem Körper mit tödlichen Folgen reagierte. Als die Polizei eintraf, fand man die Haushälterin beim Waschen der Bettlaken. Murray, so behaupten einige, die an die Mord-Theorie glauben, war mit Greenson verbündet und am Tag zuvor von Monroe wegen Unverschämtheit entlassen worden.

MORD:

-) Von Robert Kennedy, JFKs jüngerem Bruder, gerät in Panik, als sie droht, ihre Affäre mit JFK preiszugeben, und lässt sie durch eine tödliche Injektion töten. Eine andere Theorie besagt, dass er ihr Liebhaber wurde und sie tötete, um seine Karriere zu schützen. Er bestand darauf, dass er in der Nacht, in der sie starb, in San Francisco war, wurde aber mehrfach in Los Angeles von Zeugen gesichtet

-) Von Joseph Kennedy, der befürchtete, Marilyn würde die Kampagne/Karriere seines Sohnes JFK zur bevorstehenden Präsidentschafts-Wiederwahl ruinieren.

-) Von der Mafia, um die Kennedys zu erpressen, nachdem JFK dem organisierten Verbrechen den Krieg erklärt hat.

-) Von rechten Nationalisten, gestört von der liberalen Agenda der Kennedys, oder sogar als Strafe für Monroes Ehe mit Arthur Miller, einem kommunistischen Sympathisanten.

-) Von Peter Lawford: Laut einem 2007 veröffentlichten FBI-Bericht half Lawford, ein Freund von Monroe und Schwager von Bobby Kennedy, der Schauspielerin, Selbstmord zu begehen.

-) Vom FBI: Vor einigen Jahren haben Dokumente ergeben, dass Monroe einer von mehreren Stars war, bei denen das FBI nach Beantragung eines russischen Visums Akten geführt hat.

-) Von Fidel Castro als Vergeltung für Versuche, ihn zu ermorden.

-) Von der CIA, um mit der Katastrophe in der Schweinebucht fertig zu werden.

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Äußerlich war sie Hollywoods ultimative blonde Bombe, aber innen sah sich die Model-Schauspielerin Dämonen gegenüber, die mit 36 ​​zu ihrem frühen Tod führten.

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Norma vs. Marilyn: Eine real-life Aschenputtel-Geschichte

Das Leben von Leinwandikone Marilyn Monroe glich sprichwörtlich einer emotionalen Achterbahn. In der Öffentlichkeit bereits zu Lebzeiten als internationaler Superstar gefeiert, war sie in ihrem Inneren ein höchst unsicherer, hochsensibler und zerbrechlicher Mensch.

Es gibt wohl unbestritten kaum eine Schauspielerin, die auch 48 Jahre nach ihrem Tod noch so omnipräsent ist wie Marilyn Monroe (1926-1962). Bis heute gilt der als Norma Jeane (Baker) Mortenson in Los Angeles geborene Hollywoodstar als eine der größten weiblichen Ikonen des 20. und 21. Jahrhunderts. Marilyn Monroe war der Inbegriff von Schönheit, Verletzlichkeit und unverwechselbarem Sexappeal. Ihr mysteriöser Tod im Alter von nur 36 Jahren machte die Hollywood-Blondine schließlich unsterblich.

Norma Jean hatte wahrlich kein einfaches Leben. Bereits im Kinder-und Jugendalter emotional und körperlich misshandelt, war sie stets von Menschen umgeben, die ihre Schönheit und Berühmtheit hauptsächlich für ihren eigenen Vorteil ausnutzten. Norma Jeans Mutter Gladys Pearl Baker Monroe war aufgrund ihrer psychischen Erkrankung kaum imstande, sich um ihre Töchter (Norma Jean /Marilyn hatte noch eine Halbschwester, Bernice Baker Miracle) zu kümmern. Zum angeblichen Vater (Martin Edward Mortenson) gab es Zeit ihres Lebens keinen Kontakt.

v. li-re.: Bernice (half-sister), Gladys (mother) & Marilyn

Meist wurde Marilyn als professionell unzuverlässige, pillensüchtige Depressive dargestellt. Sie litt unter Hautausschlägen, Hysterie, Stimmungsschwankungen, chronischen und anderen psychosomatischen Krankheiten, die durch Spannungen oder Konfrontationen spontan ausgelöst werden konnten. Kritiker meinten, sie sei daher ihrer eigenen Selbstzerstörung erlegen.

Meine Theorie: Versehentlicher Suizid & Ärztefehler

An diesem Augusttag war Marilyn, so argumentierten zumindest ihre Kritiker, ein alternder Sexstar mit einer schwindenden Karriere. Blass, dünn und ihr Haar durch Bleichmittel ruiniert, wollte sie das Haus nicht mehr ohne ihren Make-up-Artisten/Friseur Allan „Whitey“ Snyder und Sidney Guillaroff verlassen. Sie war erst kürzlich von 20th Century Fox gefeuert und in ihrem letzten Film „Something’s Got To Give“ ersetzt worden , ihr Liebesleben war am Ende. Angeblich war sie zudem schwer promiskuitiv, es gab Gerüchte über mehrere Abtreibungen. Kein Wunder also, dass sie sich umgebracht hat. Aber hat sie das wirklich? Auch wenn einiges dafür sprechen mag, glaube ich das nicht.

Andere, verlässliche Quellen, bestehen darauf, dass Marilyn Monroe, abseits ihrer chronischen Schlafprobleme, nie glücklicher gewesen sei. Sie hatte ihr erstes, eigenes Haus gekauft und war gerade am renovieren (bestellt man sich neue Möbel aus Mexiko wenn man vorhat, sich umzubringen?). In der Woche vor ihrem Tod stellte die Fox sie wieder ein, sie sollte am Montag erneut am Set sein. Mit Ex-Mann Joe Di Maggio verstand sie sich besser denn je.

Im Jahr 2004 wurden Abschriften von Bändern veröffentlicht, die Monroe für ihren Psychiater Dr. Greenson angefertigt und ihm am Tag ihres Todes gegeben hatte, was enthüllte, dass sie alles andere als Suizid-gefährdet war. (Auch wenn ihr beinahe tödlich endender Besuch in Sinatra’s Cal Neva Lodge Wochen zuvor etwas anderes behaupten mag.)

Ja, sie hatte panische Angst vor dem Verlassen-werden (als Kind wurde sie immerhin zwischen Waisenhäusern und Pflegeeltern hin- und hergeschoben) und befürchtete, sich nach und nach in ihre Mutter zu verwandeln, die den größten Teil ihres Lebens in einer psychiatrischen Klinik verbracht hatte. Ein Jahr zuvor hatte Monroe, die auch an Depressionen litt, nicht ganz freiwillig in die psychiatrische Klinik Payne Whitney eingecheckt. Aber das spricht noch lange nicht dafür, dass man seinem Leben tatsächlich ein so abruptes ein Ende setzt.

Marilyn’s Mutter Gladys

Es mag stimmen, dass Marilyn im Laufe der Jahre tatsächlich mehr und mehr physisch wie psychisch krank und in der Folge süchtig nach verschreibungspflichtigen Medikamenten wurde.

Aufgrund der an diesem Tag von der Früh weg konsumierten Tabletten sammelte sich über den Tag bis hinein in die Nacht wohl eine letale Dosis. Immer noch ist allerdings ungewiss, ob es ein versehentlicher Unfall oder doch von Marilyn beabsichtigt war.

Aufgrund ihrer starken Schlafstörungen mischte sie Nembutal, Chloralhydrat und Champagner, um endlich schlafen zu können. Zusätzlich wurde ihr auch noch das Sedativum Pentobarbital verschrieben. Sie mag in einem diffusen Zustand gewesen sein, hat wohl die Anzahl der über den Tag (mit Champagner) eingenommenen Pillen übersehen, in der Hoffnung, endlich schlafen zu können. Dieser gefährliche Mix aus Psychopharmaka und Alkohol führte wohl schließlich zum Tod der Schauspielerin. Unabsichtlich, versehentlich, unbeabsichtigt. Ein dummer aber tödlicher Fehler.

Laut Augenzeugenberichten war bereits gegen 23 Uhr ein Krankenwagen vor Marilyn’s Haus am Helena Drive gesichtet worden. Nachbarn erzählten jahrelang, sie hätten Senator Bobby Kennedy plus einem männlichen Begleiter (Dr. Greenson?) an jenem verhängnisvollen Tag in das Haus der Schauspielerin kommen und gehen sehen.

Vielleicht war sie an diesem Tag ja wirklich nicht gut drauf, vielleicht wollte Senator Bobby Kennedy sie tatsächlich nur beruhigen, indem er ihr eine Beruhigungsspritze von Dr. Greenson verabreichen ließ (und um in der Folge seinen Vater und Bruder zu beruhigen). Vielleicht wollte Greenson deshalb, dass Murray bei Marilyn übernachtete. Falls Komplikationen auftreten würden.

Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass dieser selbst so hochsensible Mensch, zu einem Mord fähig gewesen wäre. Auch er litt immerhin an Depressionen und war hoch emphatisch.

Während einige davon ausgingen, dass Robert Kennedy Marilyns Tod habe anordnen lassen, geriet auch Marilyns Psychiater Dr. Ralph Greenson ins Kreuzfeuer der Kritik. Ein Sanitäter, der damals vor Ort war, berichtete unter Eid, er hätte beobachtet, wie Dr. Greenson der zwar bewusstlosen aber noch lebenden Marilyn Monroe eine Spritze ins Herz verabreicht hätte. Daraufhin hätte die Haushälterin Eunice Murray sämtliche Bettlaken in der Waschmaschine gewaschen (was etwaiges Erbrochenes oder andere Rückstände vernichtet hätte).

Eines der letzten Fotos von Marilyn, die jemals gemacht wurden, denn nur fünf Tage später wäre sie tot. Mit Pianist Buddy Greco.

„Der 82-jährige Greco erinnert sich, dass die Schauspielerin zu Beginn des Wochenendes in „guter Stimmung“ war, später aber „aus der Reihe“.

Vielleicht war es ihr Schicksal, vielleicht war es ein dummes Versehen, vielleicht auch ein Verbrechen. Vielleicht hat sie ihren Ärzten verschwiegen, was der jeweils andere ihr bereits verschrieben hatte. Vielleicht hatte sie von Zeit zu Zeit Todes-Sehnsüchte. Vielleicht sollte es nur ein Hilferuf sein. Vielleicht war es komplette Übermüdung. Gerade da neigen wir zu gefährlichen, nicht immer bewussten Taten. Auch wenn wir vielleicht dabei lächeln.

Wir werden es nie erfahren. Aber genau das macht es ja im Grunde so spannend. Bis heute.

Nachsatz: Ein fataler Ärztefehler

Als Jahre später Marilyns Haus renoviert wurde, fand man darin ein riesiges Abhörsystem (angeblich von der CIA) in den Hausmauern. Diese sollten angeblich einst geheime Informationen der Kennendy’s sammeln. 1982 wurde der Fall Marilyn Monroe schließlich wieder aufgerollt, viele Indizien und Beweise sprachen plötzlich für einen Mord.

Ich beschäftige mich bereits seit meinem 5. Lebensjahr mit dem mysteriösen Tod von Marilyn Monroe und die für mich wahrscheinlichste Theorie zum frühen Tod Marilyn’s könnte schlichtweg ein fahrlässiges Versehen ihrer Ärzte sein: Autor Donald Spoto behauptete in seinem Buch „Marilyn Monroe: The Biography“ von 1993, dass ihr Tod schon alleine deshalb eine versehentliche Überdosis gewesen sein muss, weil Monroe ihre beiden Ärzte über die genaue Menge an verschriebenen Medikamenten anlog. Aus Angst vor möglichen rechtlichen Folgen inszenierten die Ärzte wohl Monroe’s Tod mit Hilfe ihrer Haushälterin Eunice Murray als „versehentlichen Selbstmord“. Was es ja dann auch irgendwie war. So waren beide Ärzte rein rechtlich nicht belangbar.

Lediglich Schauspieler und JFK-Präsidentenschwager Peter Lawford, mit dem Marilyn noch kurz vor ihrem Tod telefoniert hat, soll gewusst haben, wie schlecht es um die Schauspielerin in der Nacht des 4. August 1962 wirklich stand. Einige Male wollte der englische Schauspieler, der Mitglied des bekannten RAT PACK’s war, über jene Nacht sprechen. Leider nahm er sein Geheimnis mit ins Grab.

Hillevi Hofmann am Grab von Marilyn Monroe in Westwood/LA

Da es bis heute also einfach zu wenig Beweise für einen tatsächlichen Mord an der Schauspielerin gibt, werden wir uns wohl mit jener Todesursache abfinden müssen, die Gerichtsmediziner Thomas E. Noguchi von 5. auf 6. August 1962 unter der Obhut von Chef-Coroner Theodore Curphey in seiner Autopsie festgestellt hat. Manchmal gibt es einfach keine Antworten . Und dann entstehen Mythen à la Hollywood.

Sicher ist, dass ihre oft verkannte aber großartige Arbeit als Schauspielerin und ihre atemberaubende Schönheit für immer fortbestehen wird.

Chefredakteurin bei CRITICAL MINDS MAGAZIN +++ Ressortleitung: Theater-Film-Stars +++ Davor als Kultur-Redakteurin tätig bei SCHiCKMagazin, KURIER Medienhaus und der Tageszeitung HEUTE.

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