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„Bye, bye Sir Sean Connery“

Der legendäre schottische Schauspieler Sean Connery (90) starb in der Nacht auf Samstag im Schlaf in seinem Heim auf den Bahamas.

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Abschied von einer Schauspiellegende

Jason Connery, Sohn des legendären Schauspielers Sean Connery, sagte heute gegenüber der BBC, sein Vater habe „die engste Familie um sich gehabt als er starb“. Connery dürfte sich bereits seit einiger Zeit unwohl gefühlt haben: „Wir arbeiten gerade alle daran, dieses massive Ereignis zu verstehen, da es für uns so kurzfristig passiert ist, auch wenn es meinem Vater seit einiger Zeit nicht mehr gut ging,“ so Jason Connery.

„Ein trauriger Tag für alle, die meinen Vater kannten und liebten, und ein trauriger Verlust für alle Menschen auf der ganzen Welt, die das wunderbare Geschenk genossen, das er als Schauspieler hatte.“

„A sad day for all who knew and loved my dad and a sad loss for all people around the world who enjoyed the wonderful gift he had as an actor.“

Ein Nachruf auf Sir Thomas Sean Connery

Sean Connery’s Agentin, Nancy Seltzer, sagte gegenüber STV News: „Seine Frau Micheline und seine beiden Söhne Jason und Stephane haben bestätigt, dass er friedlich im Schlaf gestorben ist, umgeben von seiner Familie. Es wird eine private Zeremonie geben, gefolgt von einem Denkmal, das nach dem Ende des Virus erst noch geplant werden muss.“

Sean Connery mit seiner Ehefrau Micheline, Foto: Press Association via AP Images

Großbritanniens Erste Ministerin Nicola Ferguson Sturgeon zollte dem Verstorbenen mit folgenden Worten Tribut: „Es war mir unerträglich, heute Morgen vom Tod von Sir Sean Connery zu erfahren. Unsere Nation trauert heute um einen ihrer beliebtesten Söhne. Sean wurde in eine Arbeiterfamilie in Edinburgh hineingeboren und wurde durch Talent und harte Arbeit zu einer Filmikone und zu einem der erfolgreichsten Schauspieler der Welt.“

Bond-Darsteller Daniel Craig schrieb zum Ableben seines Kollegen:

„Mit solcher Trauer höre ich vom Tod eines der wahren Größen des Kinos. Sir Sean Connery wird als Bond in Erinnerung bleiben und so viel mehr. Er definierte eine Ära und einen Stil. Der Witz und der Charme, den er auf dem Bildschirm zeigte, konnten in Megawatt gemessen werden. Er half bei der Schaffung des modernen Blockbusters.“

Das Britische Filminstitut bekundet:

„Wir sind zutiefst traurig über den Tod des legendären Schauspielers Sir Sean Connery im Alter von 90 Jahren.“

Die James Bond Produzenten Michael G. Wilson und Barbara Broccoli:  

„Wir sind am Boden zerstört von der Nachricht vom Tod von Sir Sean Connery.“

Andere schrieben:

„Sean war eine globale Legende, aber in erster Linie war er ein patriotischer und stolzer Schotte. Seine überragende Präsenz bei der Eröffnung des schottischen Parlaments war ein Zeichen seines Engagements für sein Land.“


„Er war ein lebenslanger Verfechter eines unabhängigen Schottlands, und diejenigen von uns, die diesen Glauben teilen, sind ihm zu großem Dank verpflichtet.“

„Es war ein Privileg, Sean gekannt zu haben. Als ich das letzte Mal mit ihm sprach, war schon damals klar, dass seine Gesundheit nachließ – aber die Stimme, der Geist und die Leidenschaft, die wir alle so gut liebten, waren immer noch da.“


„Er war und bleibt der ursprüngliche James Bond, dessen unauslöschlicher Einstieg in die Kinogeschichte begann, als er diese unvergesslichen Worte ankündigte – ‚Mein Name ist Bond … James Bond‘.“

Foto: Twitter


„Wir werden ihn vermissen. Schottland wird ihn vermissen. Die Welt wird ihn vermissen!“

Foto: Jack Kay/Daily Express/Getty Images
Vom Kunst-College-Aktmodel zum Bodybuilding-Meister

Der 1930 in Fountainbridge/Edinburgh in ärmlichen Verhältnissen geborene Sean Connery (87) verkörperte den Agenten mit Hang zu schönen Frauen und geschüttelten Martinis ganze sieben mal. Der ehemalige Milchmann, Bademeister, Sargpolierer und Bodybuilder war Erfinder Ian Fleming ürsprünglich viel zu derb und ländlich. Connery machte aus der einstigen billigen Romanreihe dennoch einen waschechten Welterfolg und gilt bei vielen Fans bis heute als einzig wahrer Bond. Nach seinem Ausstieg aus der Agenten-Filmreihe machte Connery Karriere als Charakterdarsteller und gewann sogar einen Oscar. Davor war er so gut wie nie für Filmpreise berücksichtigt worden. 1989 krönte ihn das „People Magazine“ zum „Sexiest Man Alive“. 1999, damals immerhin bereits 69 Jahre alt, zum „Sexiest Man of the Century“. Das blieb er für viele bis heute. Ebenfalls 1999 erhielt er eine Kennedy Center-Auszeichnung für sein Lebenswerk. 1988 erhielt er einen Hauptdarsteller-BAFTA für „Der Name der Rose“.

Die ungeliebte Rolle des Geheimagenten hatte Connery in den letzten Jahren einer Bond-Zeit nur noch übernommen, um seine schottische Talente-Stiftung finanziell abzusichern. Nachdem er sich als als kassenträchtiger Agenten-Star etabliert hatte, wurde er ab 1964 auch als Hauptdarsteller in anderen Produktionen engagiert. Alfred Hitchcock verpflichtete Sean Connery für das Thrillermelodram Marnie. Hitchcock stieß mit Marnie jedoch weder beim Publikum noch bei der Kritik auf positive Resonanz. Trotz seiner enormen Popularität als James Bond-Darsteller konnte Connery in den 1960er Jahren mit keinem seiner weiteren Filme einen echten Kassenhit landen. In dieser Zeit trug er übrigens ein von ihm nicht sehr geschätztes Toupet. In den 1970ern etablierte er sich dann aber durch mehrere anspruchsvolle Rollen zum Charakterdarsteller.

„Ich habe diesen verdammten James Bond immer gehasst. Ich würde ihn gerne töten. „

Sean Connery über seine Bond-Rolle

Fans des alternativen Kinos werden sich immer daran erinnern, wie er in John Boormans Fantasy-Epos Zardoz (1974) als „brutaler Exterminator“ Zed auftrat, in dem ein stark schnurrbärtiger Connery einen Großteil des Films in einem knappen roten Lendenschurz mit hohen Lederstiefeln und Pferdeschwanz rumlief. Stets wurde er auch liebevoll „the rogue with the brogue“ genannt („Der Junge mit dem Haferlschuh“).

Foto: Silver Screen Collection/Getty Images

Neben dem Oscar gewann Connery auch noch zwei Baftas und drei Golden Globes. 2006 beendete der charmante Schotte dann seine Filmkarriere.

Nach so vielen Jahrzehnten im Rampenlicht bleibt Connery ein bauernschlauer, selfmade-Mann, der sich nie wirklich entschuldigte, und der innerlich stets um die 40 bleiben wollte. Sir Sean Connery beschrieb seine Karriere einst so: „Alles, was ich je getan habe, musste in meinem eigenen Zyklus, meiner eigenen Zeit, in meinem eigenen Namen und mit meinem eigenen Schweiß erreicht werden. Wenn die Leute nicht gemocht hätten, was ich tat, würde ich heute wahrscheinlich noch immer Milch liefern – und das vergesse ich nie.“

Foto: David Appleby/Morgan Creek/Kobal

„I’m not shy about voicing what I believe to be true“

Sean Connery, 1989
Foto: United Artists

Sean Connery’s Bond-Filme:

1. “ James Bond jagt Dr. No“ (1962)

2. „Liebesgrüße aus Moskau“ (1963)

3. „Goldfinger“ (1964)

4. „Feuerball“ (1965)

5. „Man lebt nur zweimal“ (1967)

6. „Diamantenfieber“ (1971)

7. „Sag niemals nie“ (1983): Connery trat mit seinem allerletzten (und eigentlich inoffiziellen) Bond-Auftritt „Sag niemals nie“ in direkte Konkurrenz zu seinem Bond-Nachfolger Roger Moore, mit dem er privat gut befreundet war, und der im selben Jahr als Bond in „Octopussy“ zu sehen war. 

Sean Connery äußerte in einem Interview im Jahr 2004 über das Älterwerden, dass es für ihn am idealsten wäre, ewig in seinen 40er Jahren stehenzubleiben.

„Mehr als alles andere möchte ich ein alter Mann mit einem guten Gesicht sein, wie Hitchcock oder Picasso.“

Sean Connery über das Altern

„More than anything else, I’d like to be an old man with a good face, like Hitchcock or Picasso.“

Foto: picture-alliance/dpa

Weiters trat er auch als historische Figur König Arthur und Richard Löwenherz auf. Im Laufe seiner Karriere gewann er eine Reihe von Auszeichnungen, darunter 1988 einen Oscar für seine Rolle in The Untouchables. Zu Connerys weiteren Filmen gehörten unter anderem Highlander, The Rock, Indiana Jones und The Last Crusade sowie The Hunt for Red October. 1999 spielte er mit Catherine Zeta-Jones den Action-Thriller Entrapment (Verlockende Falle).

vlnr.: Sean Connery in Time Bandits (1981), Highlander (1986), The Untouchables (1987), Indiana Jones and the Last Crusade (1989) und Finding Forrester (2000). Fotocredits: The Criterion Collection, Lionsgate, Paramount Pictures, and Sony Pictures

Sean Connery wurde im Jahr 2000 für seine Verdienste um Schottland – im Auftrag ihrer Majestät Königin Elisabeth II.- im Holyrood Palace in Edinburgh zum Ritter („Knight Bachelor“) geschlagen. Seitdem führte er das Adelsprädikat „Sir“. Die nach eigenen Angaben für ihn höchste Ehre wurde ihm schließlich 1991 zuteil, als ihm von der Stadt Edinburgh die Auszeichnung „Freedom of the City“ verliehen wurde.

„Die Ritterschaft, die ich erhalten habe, war eine fantastische Ehre, aber ich habe sie nie benutzt und ich glaube nicht, dass ich das jemals tun werde.“

Sean Connery
Foto: Keystone

„Ich bin Schauspieler. Das ist keine Gehirnchirurgie. Wenn ich meine Sache ordentlich mache, dann werden die Leute schon nicht ihr Geld zurückverlangen.“

Sean Connery hinterlässt eine Frau (Micheline) und einen Sohn (Jason) aus erster Ehe. 1970 hatte Sean Micheline Roquebrune beim Golfen kennengelernt. Zu der Zeit war er zwar noch mit seiner ersten Frau Diane Cilento (Heirat: 1961) verheiratet, lebte aber bereits in Trennung. Er verstand sich von Anfang an wunderbar mit der Französin. Nach der Scheidung mit Diane trat Connery 1975 mit Micheline vor den Traualtar und lebte mit ihr bis zu seinem Tod auf den Bahamas. Micheline war zuvor ebenfalls verheiratet und brachte drei Kinder (Oliver, Micha und Stephane) mit in die Ehe – gemeinsamen Nachwuchs hatten die zwei nicht.

Good bye & good night, Sir Sean

Und „last but not least“ noch die legendärsten Bond-Ausschnitte mit Sean Connery

„I was a Scotsman and I will always be one“

Sir Thomas Sean Connery

25. August 1930 – 31. Oktober 2020

Chefredakteurin bei CRITICAL MINDS MAGAZIN +++ Ressortleitung: Theater-Film-Stars +++ Davor als Kultur-Redakteurin tätig bei SCHiCKMagazin, KURIER Medienhaus und der Tageszeitung HEUTE.

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